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  100 Jahre Musikverein Eschbach:
Ein Kulturtrger im Wandel der Zeit

von Prof. Siegfried Thiel



100 Jahre welch ein kurzer Zeitraum im Verlauf der Weltgeschichte, aber welch lange Zeit im Leben eines Vereins. Das 20. Jahrhundert hat den Verein geprgt, ein Jahrhundert, welches in der ersten Hlfte von zwei Weltkriegen bestimmt wurde und in der zweiten Hlfte sich eines Wohl Standes erfreuen durfte, wie er noch nie da gewesen war.

Heute, am Anfang des neuen Jahrhunderts, werden aber Entwicklungen und Umwlzungen sichtbar, die neue Anforderungen bringen und hoffentlich auch neue Mglichkeiten erffnen. Darauf wird sich der Verein einstellen die Erfahrungen aus der Vergangenheit machen Mut dazu.

Als der Musikverein Eschbach am 31. Dezember 1905 auf Anregung von Joseph Tritschler gegrndet wurde, war Eschbach eine Gemeinde von ca. 600 Einwohnern. Diese Zahl blieb bis 1950 fast gleich, stieg aber danach sprunghaft auf heute (2005) 1.375 an.

Die alten Bilder und Flurkarten von damals zeigen eine kleine Streusiedlung rund um die Kirche, umringt von einer Gemarkung‚ die von Einzelhfen bestimmt und gegliedert wird hinauf bis fast 900 m Meereshhe. Das Gebiet um den Reckenberg war noch unbebaut, das Unter-, Mittel- und Obertal sumten einige Huser und Gehfte entlang der ViIlinger Landstrae nach St. Peter hinauf. Viele Hfe waren noch strohgedeckt, verfgten ber eine eigene Wasserversorgung und waren noch weitgehend Selbstversorger. Die cker liefen die Bergflanken auf der Sommer- und Winterseite hinauf und hinunter wo heute vorwiegend Wald und Wiese zu sehen sind, stand damals die „Frucht“.

Aber auch die ersten Zeichen der Moderne waren erkennbar, nicht zuletzt durch die verstrkte Industrialisierung des Deutschen Reiches nach dem Krieg mit Frankreich von 1870/71. 1903 wurde das Schul- und Rathaus errichtet und die erste zentrale Wasserversorgung der Gemeinde gebaut ursprnglich als Schulbrunnen gedacht, an die sich nach und nach 15 Huser anschlossen. Beispielhaft lsst sich dies an der zunehmenden Verwendung des Fahrrades ablesen, die eine grere Mobilitt und damit auch Unabhngigkeit im Dorf brachte. Von den Pfarrern wurde dies nicht gerne gesehen, vor allem die Benutzung des Rades durch die „WeiberIeut". Wahrscheinlich kann auch die Grndung des Musikvereins auf dem Hintergrund grerer Selbststndigkeit und erhhter Mobiiitt betrachtet werden, die neueren ldeen und Organisationsformen Raum gaben.

‘l. Vorsitzender des Vereins wurde 1905 Plus Rombach, der Lwenwirt. der seit 1901 auch Brgermeister war und dieses Amt bis 1931 innehatte. lm Hinblick auf die Entwicklung des Vereins war diese Wahl besonders wichtig, weil er die gesellschaftliche Anerkennung vermitteln konnte und dazu auch eine finanzielle Frderung leistete.

Diese war deshalb besonders wichtig, weil bei den meist jungen Musikern in der Regel kaum Geldmittel fr den Kauf von Instrumenten vorhanden war. Hier ist auch der damalige Pfarrer Gustenhofer zu nennen, der 1.000 l\/lark aus seiner privaten Schatulle zur Verfgung stellte und damit zur "Anschubfinanzierung" beitrug. Pfarrer Gustenhofer war auch sonst ein grozgiger und selbstloser Spender. Ein Satz aus seinem Testament zeigt dies deutlich: „Vermgen wird sich bei meinem Tode nicht finden“. So hatte er u. a. seine Lebensversicherung beIiehen‚ um immer wieder helfen zu knnen, wobei er sich, wie einer seiner Nachfolger, Pfarrer Joseph Hog berichtete, manchmal auch von Durchreisenden ausnutzen lie. Aber diese Untersttzung fr den Musikverein war richtig und auch in kirchlichem Interesse, denn schon im Jahr darauf betrachtete es der Musikverein als seine vornehmste Pflicht, bei der Fonleichnamsprozession zu spielen. Natrlich nicht nur da, sondern bei fast allen ffentlichen und kirchlichen Anlssen der nchsten Jahre.

Aber schon wetterleuchtete es am Horizont. Europas Nationalstaaten konnten mit ihren wachsenden technischen Mglichkeiten und imperialistischen Machtansprchen anscheinend nicht umgehen. Das deutsche Kaiserreich wollte mit Frankreich und England im Hinblick auf Weltgeltung gleichziehen und begann deshalb 1913 einen Krieg, der mit der Katastrophe von 1918/19 endete. Die weitere Entwicklung des Vereins wurde zwangslufig unterbrochen, weil viele Musiker Kriegsdienst leisten mussten. lnsgesamt verloren 22 Eschbacher ihr Leben in diesem unsinnigen Krieg, darunter der aktive Musiker Pius Schweizer.

Nach dieser nationalen Katastrophe, die die Begriffe Nation und Vaterland fragwrdig erscheinen lie, rckte der Begriff der Heimat als zentrale Orientierungshilfe in den Mittelpunkt der Gesellschaft. Nicht nur als Richtschnur fr die Weimarer Republik, sondern auch fr den badischen Staat und damit auch fr die einzelne Gemeinde. In Eschbach zeigte sich dies u. a. daran, dass die Musikkapelle wieder schnell neu aufgestellt werden konnte. Treibende Kraft dabei war Wilhelm Lufer vom Peterhof, der sich gleichzeitig um die Ausbildung des Nachwuchses sorgte. Beinahe 5 Jahre Krieg hatten eben jede sinnvolle Weiterentwicklung empfindlich gestrt die Lcken in der Besetzung der Kapelle mussten so schnell wie mglich geschlossen werden. Aber die Weltwirtschaftskrisen der 20-er Jahre wirkten zwangslufig auch auf den Musikverein zurck. Besonders die Anschaffung und Instandhaltung der Musikinstrumente (Umstimmungen etc.) erforderte wieder finanzielle Betrge in einer Hhe. die in buerlichen Gesellschaften mit ihrer Naturalwirtschaft und Selbstversorgung nicht so leicht aufzubringen sind. Aber die Eschbacher Einwohner lieen ihre Musiker nicht im Stich. und die Chroniken berichten von der Grozgigkeit der Eschbacher Waldbesitzer, die ber einen auerplanmigen Holzeinschlag die notwendigen Mittel zur Verfgung stellen konnten.

Am 14. Juni 1931 wurde das erste Jubilumsfest des Vereins gefeiert. d. h. man beging die 25. Stiftungsfeier, wenn auch ein Jahr spter vielleicht aus Termingrnden. lm selben Jahr war der Mitgrnder und erste Vorstand, Altbrgermeister Pius Rombach. gestorben. Ihm folgte als Brgermeister Wilhelm Lufer, der Peterbauer. Er sorgte zusammen mit Ratschreiber Josef Helmle, der 30 Jahre von 1926 bis 1956 im Dienst war und den Vorstand im Musikverein innehatte. dafr, dass die Gemeinde Eschbach nicht zu sehr von untragbaren Entscheidungen der nationalsozialistischen Diktatur betroffen wurde. Manches aber lie sich nicht verhindern und auch der Musikverein war davon betroffen. Einerseits war man durchaus bereit bei nationalen Anlssen zu spielen. Als aber im Verlauf der zunehmend kirchenfeindlicheren Politik der Nationalsozialisten dem Musikverein verboten wurde, bei der Fronleichnamsprozession zu spielen. stellte dieser protestierend am 9. Juli 1939 die aktive Ttigkeit ein. Auerdem waren im Zweiten Weltkrieg die meisten Musiker Soldaten, so dass wie schon im ersten Weltkrieg, keine Aktivitten mglich waren. Bewundernswert die Risikobereitschaft einzelner Mitglieder wie des 1. Vorstandes Josef Helmle, der noch die meisten Musikinstrumente einsammeln konnte, um sie dem mglichen Zugriff eifriger Materialsammler fr Kriegszwecke zu entziehen.

Es folge die Nachkriegszeit mit ihrer unbeschreiblichen Not. Einquartiert waren Ausgebombte aus Freiburg, dazu Teile der Bevlkerung von Gndlingen bei Merdingen, die sich schon 1944 vor der franzsischen Artillerie nach Eschbach geflchtet hatte. Dazu noch 16-jhrige Jungen vom Volkssturm, die in Schule und Brgersaal einquartiert waren. Wie sollte es da mit dem Musikverein weitergehen? Aber gerade in solch schwierigen und dunklen Zeiten wchst auch die Sehnsucht nach Normalitt, nach gemeinsamem Tun, nach Kommunikation auf mglichst unbeschwertem Gebiet.

So fanden sich wie nach dem ersten Weltkrieg am raschesten die Vereine wieder zusammen. lm Winter 1946/47 rief Karl Scherer (Tenorhorn) die verfgbaren ehemaligen Aktiven wieder zum Spielen auf.

Dazu kamen die spter aus der Gefangenschaft Heimkehrenden. So konnten schon 1947 bei der Fronleichnamsprozession wieder die vertrauten Prozessionsmrsche von den Musikern gespielt werden, wenn auch unter der wachsamen, weil misstrauischen Beobachtung der franzsischen Militrbehrden, die alle gesellschaftlichen Aktivitten berprften. Ein Beispiel dafr ist die 1948 von der Militrregierung erlaubte „Grndungsversammlung", die eigentlich nur die „Neukonstitution" des alten Vereins darstellte, der sich schon 1947 eine neue Vorstandschaft und Satzung gegeben hatte.

Der neu aufgestellte Verein konnte die allgemeine positive Entwicklung vor allem nach der Whrungsreform von 1948 nutzen. Es wurde nun berhaupt erst mglich, neue Musikinstrumente zu kaufen, Dirigenten ein kleines Salr zu bezahlen, Gastvereine einzuladen und an Wertungsspielen teilzunehmen.

Einer der Hhepunkte zum Abschluss der Nachkriegszeit war 1955 das Fest zum 50jhrigen Vereinsjubilum, von dem heute noch die dabei Gewesenen berichten, es sei das schnste Fest gewesen, das in Eschbach jemals stattgefunden hatte. Die junge Bundesrepublik Deutschland mit ihrem Wirtschaftswunder und der Gewinn der Fuballweltmeisterschaft von 1954 bildeten dafr den optimistischen Rahmen‚ der auf europischem Feld durch die Grndung der Europischen Wirtschaftsgemeinschaft 1957 in Rom einen weiteren institutionellen Abschluss fand. Bei Max Spitz als erstem Vorstand und dem 1948 spt aus der Gefangenschaft heimkehrenden Dirigenten Karl Schuler sowie verdienten Mitstreitern wie Karl Scherer war der Musikverein Eschbach in guten Hnden, direkt abzulesen an den Erfolgen, die bei Wertungsspielen erreicht wurden und dem zu beobachtenden stndig steigenden Niveau. Dazu ermglichte die 1967 neu gebaute Turn- und Festhalle an der Schule neue Formen der Festgestaltung, die vorher im Gasthaus „Lwen" stattgefunden hatten.

Das 60-jhrige Vereinsjubilum 1965 beim Feuerwehrhaus war gleichzeitig Abschluss und Neubeginn, denn Eschbach begann sich massiv zu verndern. im selben Jahr wurde mit der Bebauung des Gebietes "Sommerberg" begonnen, dessen Erschlieung erst den Bau der Schule mit Halle ermglicht hatte. Weitergebaut wurde in Richtung L127 (Villinger Landstrae) einschlielich des Baugebiets Reckenberg. Durch den massiven Zuzug von Neubrgern aus Freiburg und dem brigen Bundesgebiet wurde eine Entwicklung in Richtung „Verstdterung" eingeleitet.

Der Musikverein Eschbach hat diese Entwicklung bewusst und positiv aufgenommen. Das war auch notwendig, denn gesellschaftiiche Probleme, die sich bei einer solchen Zuwanderung besonders zeigen, knnen nur dann bewltigt werden, wenn sie ffentlich gemacht werden. Die Grndung der Jugendkapelle Anfang der 70er Jahre war so eine Entscheidung, die auch der Eingliederung der Neubrger dienen konnte und sollte. Die weiter zunehmende Aufnahme von Mitgliedern aus anderen Gemeinden und Gemeindeteilen zeigt die ffnung des Vereins (und der Gemeinde) in eine neue Zukunft. wobei aber die Funktion des Vereins als integrations- und ldentifikationsfaktor innerhalb der Gemeinde erhalten blieb. Das 75-jhrige Jubelfest im Jahr 1980 zeigte diese beginnende Entwicklung berdeutlich, wobei der grandiose Festumzug, das Festbankett und der groe „Bunte Abend" das Wirken des Vereins in der Gemeinde und sein Hineinwirken in den greren regionalen Raum verdeutlichten.

Diese Entwicklung hat sich in den 90-er Jahren fortgesetzt, wobei vor allem sichtbar wird, wie jung die Kapelie des Musikvereins ist und wie gleichzeitig die stattliche Schar von frdernden Mitgliedern eine zustzliche Verankerung in der Gemeinde darstellt.

Welche erzieherische Aufgabe ein solcher Verein hat, kann mit einem sarkastischen Ausspruch von Napoleon umschrieben werden: „Ein Pfarrer erspart mir 10 Gendarmen”. bertragen knnte man heute sagen: Was die Vereine fr die Erziehung, Sozialisation und Integration der Jugendlichen und der Erwachsenen leisten, kann nicht hoch genug geschtzt werden und wre von staatlicher Seite auch gar nicht zu leisten.

So geht der Verein gut aufgestellt ins Jubilumsjahr 2005. Die hundert Jahre seiner Geschichte in Verbindung mit den Ereignissen in Gesellschaft, Kirche, Gemeinde und Staat haben gezeigt, wie sich der Musikverein immer wieder auf die wechselnden Zeitlufe eingestellt hat, waren sie auch noch so schwierig. Mge dies auch in Zukunft gelingen auf dem Weg durch die Zeit im neuen 21. Jahrhundert.


Eschbacher Musikkapelle nach einem Auftritt im Frhjahr 1928

Vorstanschaft und Kapelle des Musikvereins Eschbach beim 25-jhrigen Stiftungsfest 1931



Die Vereinsgeschichte der ersten 50 Jahre


Der Musikverein Eschbach e. V. feiert im Jahr 2005 sein 100-jhriges Jubilum. Die ersten 50 Jahre der Vereinsgeschichte sind anlsslich des 50-jhrigen Stiftungsfestes vom ehemaligen 1. Vorstand Josef Helmle im Jahr 1955 so ausfhrlich erfasst und beschrieben worden, dass wir diese Niederschrift als schon historisches Dokument im Original wiedergeben mchten.

Originalabschrift aus der Festschrift 1955

„Lange schon bestand unter den Einwohnern von Eschbach der Wunsch, eine eigene Musikkapelle zu besitzen, da man bei Bedarf immer auf auswrtige Kapellen angewiesen war. Diesem Wunsche zu entsprechen, hat sich ein hiesiger Brgersohn namens Joseph Tritschler, Schreiner, im Jahre 1905 entschlossen, eine Musikkapelle zu grnden. Er verstndigte hiervon einige gleichgesinnte, musikliebende junge Mnner, die sich ihm willig anschiossen. Diese brachten ihr Vorhaben alsbald bei dem damaligen Brgermeister Pius Rombach, Lwenwirt, zum Ausdruck. Dieser begrte das Vorhaben und stand den unternehmungslustigen jungen Leuten mit Rat und Tat zu Seite. Es wurde dann auf den 31. Dezember 1905 alsbald eine Versammlung aller Musikfreunde in das Gasthaus „Zum Lwen", einberufen. Die groe Anzahl der Erschienenen rechtfertigte das Vorhaben in vollstem Mae. Von den Anwesenden wurde sofort die Grndung des Musikvereins beschlossen. Der Kapelle traten alsbald 14 ausbende Mitglieder bei. Es war dies folgende:

1. Joseph Tritschler +
2. Joseph Maier, ausgewandert nach Amerika
3. Karl Walter. Stegen  +
4. Pius Schweizer +, im ersten Weltkrieg gefallen

5. Konrad Hug
6. Wilhelm Lufer
7. Max Rombach +
8. Otto Andris, Stegen
9. Karl Andris +, Stegen
10. Andreas Rombach +
11. Albert Hug +
12. Emanuel Scherer +
13. Otto Helmle +
14. Wilhelm Faller

Von diesen sind 9 gestorben.


52 der Anwesenden lieen sich als passive Mitglieder aufnehmen. Durch die Wahl des Vorstandes und des Verwaltungsrates wurde die Grndung des Vereins endgltig besiegelt und damit der jungen Kapeile Rckhalt und Fortbestand gewhrleistet. Bei der Wahl des Verwaltungsrates wurden folgende gewhlt:

Als. 1. Vorstand Pius Rombach. Brgermeister,

2. Vorstand Albert Rombach, Stegen,

als Schriftfhrer Josef Heimle,

als Rechner Wilhelm Scherer, Schneidermeister,

als Beisitzer Karl lhringer, Joseph Tritschler‚ Joseph Maler und Karl Walter.

Mit groer Liebe und Hingabe widmeten sich nun die jungen Leute ihrer Ausbildung als junge Musikanten. Auch kirchlicherseits wurde in Anbetracht der Mitwirkung der Kapelle bei kirchlichen Anlssen dem Unternehmen Verstndnis gezollt. Schon beim nchsten Fronleiehnamsfest im Jahr 1906 trat die junge Musik mit gutem Erfolg an die ffentlichkeit. Als 1. Dirigent war Herr Koch von Littenweiler bestellt. der jeweils zu den Proben am Bahnhof Kirchzarten mit dem Fuhrwerk abgeholt und wieder hingebracht werden musste, weil es damals noch keine motorisierten Fahrzeuge gab. Dies war fr die einzelnen Pferde- und Fuhrwerksbesitzer eine opfervolle. schwere Aufgabe, besonders zur Winterszeit. Aber dieser edlen Kunst zuliebe haben sie sich dieser Aufgabe unentgeltlich unterzogen.

lm Laufe des Jahres hatten verschiedene Dirigenten die Leitung und Ausbildung der Musikkapelie bernommen. Nach dem 1. Weltkrieg war es Herr Wilhelm Lufer. der die Musikkapelle wieder neu formierte. Unter zuzug etlicher junger Leute fr die durch den Krieg aus der Kapelle ausgeschiedenen Musikanten nahrn er die Leitung und Ausbildung derselben als Dirigent bis auf weiteres seibst in die Hand. Herr Schuler von Kirchzarten leitete die Kapelle seit 1933 bis zum Beginn des 2. Weltkrieges.

Groe Schwierigkeiten bereitete dem jungen Verein die finanzielie Seite. Schon die Anschaffung der Instrumente und Musikalien erforderten groe Opfer von der Einwohnerschaft, da dem Verein die Anschaffung aus Vereinsmitteln nicht mglich war. Ebenso veranlasste die Anschaffung einer Vereinsfahne, die Mildttigkeit der Allgemeinheit in Anspruch zu nehmen. Die Erwartungen haben vollauf befriedigt und die neue Fahne wurde am 4. August 1913 geweiht. Die Umstimmung der Musikinstrumente verursachte wiederum groe finanzielle Sorgen. ln lobenswerter Weise haben aber die Waldbesitzer durch Hoizspenden die fehlenden Mittel zum Teii gedeckt, so dass die Instrumente ausgebessert und umgestimmt werden konnten.

Whrend des 50-jhrigen Bestehens der Musikkapelie und des Vereins fungierten als Vorstnde und Vereinsleiter die folgenden:
Von der Grndung [31.12.1905] bis 23.2.1919 Pius Rombach, Brgermeister. Er wurde nach dem 1. Weltkrieg zum Ehrenvorsitzenden ernannt.

Vom 23.2.1919 bis 20.7.1924 Wilhelm Scherer, Schneider jr.
Vom 20.7.1924 bis 19.7.1925 Emanuel Scherer. Wagnermeister
Vom 19.7.1925 bis 2.9.1928 Wilhelm Lufer, Peterhof
Vom 25.11.1928 bis 15.8.1930 Hauptlehrer Walch
Vom 15.8.1930 bis 24.2.1935 Wilhelm Saum, Schneidermeister
Vom 24.2.1935 bis 24.1.1937 Karl Scherer, Wagnermeister
Vom 24.1.1937 bis 10.10.1937 Josef Spitz, Landwirt
Vom 10.10.1937 bis Ausbruch des 2. Weltkrieges Josef Helmle, Schriftfhrer seit Grndung bis 1931.

Die beiden Weltkriege haben dem Vereinsleben groe und unerwartete Opfer an Gut und Blut auferlegt, die die Vereinsttigkeit fast vllig zum Erliegen brachte. Mit der Genehmigung der Militrregierung ist der Verein am 18.1.1948 wieder neu konstituiert und die Neuwahl des Verwaltungsrats vorgenommen worden, wobei der jetzige Vorstand Max Spitz zum 1. Vorstand gewhlt wurde. Mit neuem Mut und Ausdauer wurde die Ttigkeit wieder aufgenommen.

Nach dem 2. Weltkrieg war es ganz besonders der unermdliche Musikfreund und stellvertretende Dirigent Karl Scherer, der die alten Kameraden zu neuem Tatendrang anspornte und ermunterte. Durch Vorbildung jungen Nachwuchses hat er sich um den Fortbestand der Musikkapelle besonders verdient gemacht. Am 14. Juni 1931 feierte der Verein im Gasthaus „Zum Lwen" im schlichten Rahmen das 25-jhrige Stiftungsfest. Rechner Hug verfasste eine umfangreiche Denkschrift, die zur Verlesung kam. Am Pfingstmontag 1954 war die Kapelle beim Musikfest in Pfaffenweiler vertreten und beteiligte sich am Wertungsspielen in der Mittelstufe. Sie erheilt die Note gut bis sehr gut nebst einem schnen Pokal.

Am gieichcn Tag und tags darauf spielte sie beim Feuerwehrfest in Stegen. Am 10. Juli 1954 beteiligte sie sich an dem Musikfest in Kappel. Am 15. Mai 1955 war sie beim Musikfest in Bingen und Ihringen. Am 22. Mai 1955 war sie in St. Georgen beim dortigen Musikfest und beteiligte sich am Wertungsspiel in der Mittelstufe. Sie erhielt die Note „vorzglich“ nebst einer Urkunde. Herr Karl Schuler von Kirchzarten leitet die Kapelle nun wieder seit Kriegsende bis heute. Es mu dankbar anerkannt werden, dass er die Kapelle zu hohen Leistungen befhigte und zur respektablen Hhe brachte. Mge er noch recht lange an der Spitze der Kapelle ausharren."

Verfasst von Josef Helmle anllich des 50-jhrigen Stiftungsfests 1955