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Pfarrer Joseph Hog schrieb über das Salzbubenkreuz

Völkersbach, 13. Sept. 1989 

Herrn Hauptlehrer Hof,
Hauptschule Glottertal

Salzbubenkreuz betreffend

Es freut mich sehr, wenn in der Schule auch die Heimatkunde gepflegt wird, die Überlieferungen am Ort weitergegeben werden, vor allem soweit sie nicht in Heimatbüchern festgehalten sind, so auch die Überlieferung um das Salzbubenkreuz auf der Höhe Grenze zwischen Glottertal und Eschbach. Der bedeutenste Pfarrer von Eschbach Wilhelm Gustenhofer hat in seiner Chronik auch das festgehalten. Der Salzhandel war seit der Frühzeit ein lebenswichtiges Gewerbe. Man brauchte das Salz zum Konservieren der Lebensmittel. Wo kam es in der Natur vor: Im Salzkammergut Salzburg. Die Händler brachten es auf die Märkte: Freiburg: Salzstraße von Osten her. So auch in unseren Schwarzwaldgemeinden. Der Inhaber eines der mittleren Höfe auf den Bergen betrieb den Salzhandel für Eschbach und Glottertal: Salzbur. Der Sohn war der Salzbub. Für ihn errichtete man das Kreuz, als er gestorben war (erfroren?). Für Verunglückte beteten die Leute, sooft sie an der Stelle vorübergingen. Eine besondere Bedeutung bekam das Kreuz, als im Jahre 1798 / 99 die Armee Moreau, auf dem Hohlen-Graben im großen Heerquartier überwinternd, die Gegend plündernd heimsuchte (Plünderung und Niederbrennen der Klöster St.Märgen und St. Peter). 2 Soldaten dieser Gruppe hatten dem Zipfeljokbauern die zwei letzten Rinder geraubt. Man hatte ihnen auch den schlechten Schnaps überlassen. So lagen sie mit den Rindern besoffen beim Salzbubenkreuz. Die Leute vom Zipfeljok schlugen sie tot und verscharrten sie. Man betete darum, daß die Tat nicht herauskam. Die Sache blieb geheim. Zum Dank betete man wieder am Salzbubenkreuz und sorgte fortan dafür, daß das Kreuz erhalten blieb . An dieser Überlieferung ist bis heute festgehalten. Als Wegwart dort oben habe ich auch gern danach geschaut. Zudem ist in der Nähe eine Hütte von Glottertäler Jägern, Anlaß zu fröhlichem Trunk. Zur Zeit bin ich daran, meine vielen Dias aus jener zeit zu ordnen. Darunter ist manch eines aus jener Gegend.

Mit herzlichem Gruß ans Glottertal! Pfarrer Schlegel war mir ein lieber Freund, Herr Kury, Berufschullehrer früher bei mir in Schluchsee, wohnt meines Wissens in Glottertal. Ich nehme an, daß 1989 ein guter Glottertäler gewachsen ist! Prost dazu!

Ihr Joseph Hog