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VON BIRINHEIM ZUM BIRKENHOF:

DIE GESCHICHTE DES ăGASTHAUS ZUR BIRKEŇ IN KIRCHZARTEN.


Schon seit vielen Jahrhunderten wird im Birkenhof im Dreisamtal GŠsten gutes Essen und guter Trank serviert. Auch heute noch kehrt man gerne in die uralte Gastwirtschaft ein, die eine reiche und interessante Vergangenheit hat.


Das Hofgut ăBirkenhofŇ mit dem ăGasthaus zur BirkeŇ liegt an der alten Handelsstra§e, die sich entlang des SŸdrandes der ehemaligen keltischen Fliehburg Tarodunum durch das Dreisamtal zieht. Es gibt keine genauen Daten Ÿber die Entstehung des Birkenhofes, aber es sind Aufzeichnungen vom 14. August 972 vorhanden, in welchen Kaiser Otto II. dem Kloster Einsiedeln das Eigentumsrecht an gro§en Besitzungen im Dreisamtal darunter auch ăBirinheimŇ, der heutige Birkenhof. Eine Urkunde vom 24. Mai 1301 enthŠlt Hinweise auf den Weiler ăBirkenŇ. Um 1500 gehšrte ăBirkenŇ dem ehemaligen Landvogt, dem Grafen Wolfgang von FŸrstenberg und wird im Jahre 1502 von der Stadt Freiburg gekauft. In fast lŸckenloser Folge sind Aufzeichnungen Ÿber die Besitzer des Birkenhofs ab 1575

vorhanden. 




Gasthaus z. Birke in Burg 10 Minuten von Station Himmelreich 


Die Wirtschaft ăzu BirkenŇ wird zum erstmals in einer Urkunde des Jahres 1544 erwŠhnt. Mit der Baumart Birke hat der Name eigentlich nichts zu tun, wurde aber, da man die sprachliche Herkunft verga§, als Hof oder Weiler bei den BirkenbŠumen gedeutet. 


Im Jahre 1676 zogen Soldaten raubend und plŸndernd von Dorf zu Dorf durch das Dreisamtal und die Bevšlkerung floh in die umliegenden WŠlder. Der Sohn des damaligen Besitzers, Max Thoma, versuchte das PlŸndern zu verhindern. Als einige der Reiter kamen, rief er diesen einige Drohworte zu. Sie setzten sich aber verŠchtlich Ÿber diese Drohungen hinweg. Daraufhin Ÿberfiel Max Thoma mit etwa fŸnfzehn Mann die PlŸnderer und nahm sie gefangen. Einige wollten fliehen, wobei es zu einem Handgemenge kam. Dabei verloren zwei Reiter ihr Leben. Thoma und seine Leute wurden angeklagt. Max Thoma musste am 24. November 1676 einen Eidschwur ablegen, dass er den Streit als fŸr immer beendet ansieht. Von ihm hšrte man im Jahr 1686, er sei in der Fremde ums Leben gekommen. 


Das Gut wurde 1676 unter den Erben aufgeteilt und erst am 6. April 1679 ging der Birkenhof fŸr 2.550 Gulden endgŸltig in den Besitz von Mathis Thoma Ÿber. Seinem Schwager - dem Schmied Jakob Hauri - verkaufte Thoma am 1. November 1680 fŸr 15 Gulden ein ăPlŠtzle VeldtŇ zum Bau einer Hammerschmiede, jedoch unter der Bedingung, dass er ădas Wasser ohne Schaden fŸr die anderen BenŸtzer gebraucheŇ. Diese Schmiede verdiente - da sie an der alten Handelsstra§e nach dem Schwabenlande lag - ihr Geld damit, Pferde zu beschlagen und die notwendigen Reparaturen an den durchreisenden Fahrzeugen vorzunehmen.


Durch den Neubau der Hšllentalstra§e im 18. Jahrhundert und vor allem nach der Durchfahrt der Marie Antoinette nach Frankreich, nahm der Verkehr einen ungeahnten Aufschwung. Es wurde immer mehr die Stra§e Ÿber Himmelreich benŸtzt und nicht mehr wie frŸher jene Ÿber Burg und durch das Wagensteigtal. Es profitierten vor allem die Wirtschaften von dieser Verlagerung des Verkehrs und die Wohlhabenheit der damaligen Wirte war allgemein bekannt. 

Im Sommer des Jahres 1787 brannte die Wirtschaft ab und wurde in der heutigen Form wiederaufgebaut. In den Jahren 1801 und 1802 wurde das gro§e Hofgut geteilt, Mathis Hauri bekommt die Schmiede und gleichzeitig die eine HŠlfte des Hofes, Johann Gremmelsbacher bekommt die Wirtschaft und die andere HŠlfte. Er nennt sich fortan "Birkenwirt und BirkenbauerŇ. 


Im Jahre 1829 lŠ§t Johann Gremmelsbacher nebendem Gasthaus eine Kapelle erbauen. Es sei dies ein Wunsch seiner verstorbenen Frau gewesen. Au§erdem wollte er fŸr seine Familie und sein Gesinde einen Andachtsraum in der NŠhe haben. Die ăBetkapelleŇ ist ein schšner Steinbau mit einem offenen Glockenstuhl, der eine rundum verschindelte Zwiebelhaube trŠgt. Auf der Giebelseite man ein Kreuz, eine Kopie des barocken Kreuzes im Inneren der Kapelle, welches etwa aus dem Jahr 1775 stammt. Den Innenraum schmŸckte der Barockaltar und eine gro§e Madonna mit darŸber schwebenden, gekršnten Putten. Diese Figur wurde bei einem Einbruch vor einigen Jahren entwendet. Weiterhin enthielt die Kapelle eine Ÿber eine Meter gro§e Figur des hl. Fidelis von Sigmaringen, die seit dem Einbruch an anderer Stelle aubewahrt wird. Die Darstellung des hl. Fidelis im Kapuzinergewand und mit einer Keule in der Hand weist auf seinen Tod am 24.4.1622 hin. Erwurde bei einer Predigt in Seewies bei Chur in der Schweiz von aufgebrachten Calvinisten erschlagen. 1836 wird dem Dach der Kapelle ein Dachreiter mit Glocke aufgesetzt, die folgende Inschrift trŠgt: ăPro Deo et Populo - wurde errichtet von Johan Gremmelsbacher und Elisabeth Blank - 1836 go§ mich Josef Muchenberger Blasiwald.Ň 


Die Kapelle wurde in den Jahren 1991/92 durch die Kirchzartener Pfadfinderschaft St. Georg und ortsansŠssige Handwerksbetriebe restauriert und am 12.9.1992 mit einem škomenischen Gottesdienst wieder eingeweiht. 


Von dem historischen Anwesen bestehen heute noch das ăGasthaus zur BirkeŇ, die gro§e Scheune gegenŸber, die Mitte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde, die ăBirkenmŸhleŇ, die umgebaut heute als Wohnhaus dient und die neben der ăBirkeŇ stehende Fideliskapelle. 


 


Gasthaus z. Birke in Burg 15 Minuten v. Station Kirchzarten Besitzer: Joh. Wehrle


DIE SAGE VOM BIRKENHOF

Folgende Sage, die vielleicht Anfang des 19. Jahrhunderts entstanden sein kann, spielt im Birkenhof. Ein Besitzer habe es mit den Grenzsteinen nicht immer so genau genommen und diese einfach durch ăLochenversetzenŇ verŠndert. Darum musste er nach seinem Tode als Geist weiterleben. Schon bei seinem BegrŠbnis, als man seine Leiche aus dem Hause trug, habe er mit einer ZipfelmŸtze bekleidet, zum oberen Kammerfenster herausgeschaut und seinem eigenen Leichenzug nachgesehen. 


Diese Kammer wurde von da ab streng gemieden, da niemand darin schlafen konnte. Punkt zwšlf Uhr habe immer ein unheimliches Rauschen begonnen und der SchlŠfer sei unweigerlich aus dem Bett gefallen. Als einmal ein ganz furchtloser Knecht es trotzdem gewagt hatte, ohne sich um die Reden der anderen zu kŸmmern, sei ihm genau dasselbe passiert und auch er sei aus dem Bett gefallen. Von da ab habe niemand mehr die Kammer betreten. 


Das unheimliche Grauen um diese Kammer habe einen spŠteren Besitzer bewogen, das ganze Haus abzurei§en und von Grund auf neu aufzubauen. Er lie§ diese Vorhaben jedoch wieder fallen und seither ist der Geist nicht mehr bemerkt worden.