NameKarl Wilhelm REBER 
Birth Date8 May 1816
Birth PlaceKirchzarten
Death Date1876 Age: 59
Death PlaceFreiburg
OccupationGeometer, Papierfabrik, Landvermesser
Spouses
Birth Date18 April 1817
Birth PlaceKirchzarten
Marr Date29 September 1842
Marr PlaceKirchzarten
Notes for Karl Wilhelm REBER
wegen der 1848/49 Revolution entwichen
Breisgauer Zeitung 23.7.1850 Landvermesser, ist flüchtig
Reber, Karl Wilhelm: (1816-1876) Geometer und Papierfabrikant. Karl Wilhelm Reber wurde am 8. Mai 1816 in Kirchzarten geboren. Er studierte ab dem Wintersemester 1838/39 an der philosophischen Fakultät der Universität Freiburg und machte einen Abschluß als Geometer. Reber war schon an der Märzrevolution 1848 und am Heckeraufstand beteiligt und zog am 23. April mit nach Freiburg. Im August 1848 wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen, auf Bitten seiner Familie begnadigt und schließlich amnestiert. Im Kirchzartener Volksverein war er Vorstand und als Abgesandter der Volksvereine bei der Offenburger Versammlung am 12./13. Mai 1849 dabei. Reber war Abonnent des Volksfreunds und hat auf einer Gemeindeversammlung in Kirchzarten für die Wahl der Verfassunggebenden Versammlung die Kandidaten der äußersten Linken empfohlen. Er drang auf Anschaffung von Waffen für die Bürgerwehr und bewirkte die Verhaftung des Steueraufsehers Lailing in Kirchzarten. Außerdem soll er täglich mit der revolutionären Regierung korrespondiert und den Leuten versprochen haben, daß sie keine Steuern mehr zahlen müßten, wenn die Revolution Erfolg hätte, Beim Rückzug der badischen Einheiten Anfang Juli 1849 sorgte Reber für Disziplin in den Mannschaften. Er floh nach der Niederschlagung der Erhebung im Juli 1849 in die Schweiz in den Kanton Zürich. Vom Freiburger Hofgericht wurde er am 14. März 1850 in Abwesenheit zu einer Strafe von zwei Jahren Arbeitshaus verurteilt und verlor sein Staatsbürgerrecht. Ein eingereichter Rekurs erreichte nichts, sein Urteil wurde am 24. Juni 1850 nochmals bestätigt. Reber kehrte am 4. April 1851 aus der Schweiz zurück und trat am 26. Mai 1851 seine Strafe im Arbeitshaus Bruchsal an. Am 28. Januar 1853 wurde er begnadigt. Später zog er nach Freiburg um, wo er zum alt katholischen Glauben übertrat und 1876 starb.
Hatte in diesem Fall Amerika von seinen vielen Möglichkeiten einem ins Unglück geratenen tüchtigen Mann zum Wiederaufstieg verholfen, diente es dem Sohn des so verdienten Lehrers Reber nach einem „leichtsinnigen Lebenswandel“ zum Untertauchen.
aus: Haselier KIRCHZARTEN Geographie - Geschichte - Gegenwart