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7Molzhof, früher Auf der obern Rutstauden. Der Molzhof entstand aus einer Rodung im Allmendwald, der sog. oberen Ruthstauden. Benannt ist er nach der Familie Molz, die mindestens seit dem 17. Jahrhundert in mehreren Generationen auf dem Hof saß.
Christian Molz, der um 1640 heiratete und mit seiner Familie in Eschbach lebte, war vermutlich der erste Bauer auf dem Molzhof. Jakob Molz übernahm den Hof um 1680, ihm folgten 1723 Andreas Molz und um 1758 Christian Molz, der den Hof der Tochter Maria Molz übergab und ins Glottertal zog. Maria Molz heiratete 1786 Augustin Hummel, einen Sohn vom Scherpeterhof, der den Hof 1802 an Andreas Albrecht verkaufte und nach Ebnet verzog, wo der einen Hof gekauft hatte. Andreas Albrecht, gebürtig von Zastler, lebte seit 1788 als Ehemann der Anna Rohrer in Eschbach, die von ihrem ersten Ehemann das Seifenhäusle geerbt hatte. Andreas Albrecht zog 1802 mit seiner Familie als Bauer auf den Molzhof, erwarb aber 1817 den Beringerhof in Langenordnach und verkaufte den Molzhof an Joseph Fehrenbach aus Oberibental. Um 1830 verkaufte auch Joseph Fehrenbach den Molzhof und zog nach Wittnau. Neuer Eigentümer war der vom Fußenthomashof in Rechtenbach gebürtige Joseph Dilger, der 1841 einen Hof in Unteribental kaufte und den Molzhof an Martin Schuler von St. Peter, einen Bruder des Salzbauern Anton Schuler, verkaufte. 1871 wurde sein Sohn Ferdinand Schuler Molzbauer, der den Hof 1907 an die Tochter Theresia Schuler und ihren Ehemann Joseph Ketterer vom Hansmüllerhof in Rechtenbach übergab. Diese verkauften den Molzhof 1924 an Joseph Wehrle, der bisher Pächter auf dem Hof war und seit 1936 in Suggental lebte. Ihm folgte Karl Wehrle.
1940 kauften Friedrich und Anna Öhler von der Familie Wehrle den Hof. Sie bauten den Stall um. 1955 wurde der Wohnteil abgerissen und ein neuer Wohnteil mit Anbau erstellt. 1958 übernahmen Leo und Gerda Öhler den Hof.
Bis 1990 wurden Kartoffeln, Getreide und Mais angebaut, wobei von 1975 bis 1994 Gelände vom Salzhof zugepachtet wurde. 1994 übernahm Martin Öhler den 350 Jahre alten Hof, der heute im Nebenerwerb mit Mutterkühen betrieben wird.